Jannick Brandes über die Arbeit bei TenneT

Auszubildender | Elektroniker für Betriebstechnik | Lehrte

Welche theoretischen Ausbildungsinhalte haben Sie an der Berufsschule gelernt, und wie war der Unterricht aufgebaut?

Der Unterricht in der Berufsschule war sehr gut strukturiert. Es wurde direkt mit dem Ohm'schen Gesetz gestartet, worauf dann alles aufbaute. Der Inhalt des Unterrichts behandelte alle Themen, wie Wechsel-stromtechnik, Drehstromtechnik, Winkelfunktionen und viele weitere Themen. Die meisten Themen waren aus dem innerbetrieblichen Unterricht schon bekannt, und somit konnte ich etwaige Lücken noch füllen und das schon Gelernte anwenden. Im ersten und zweiten Lehrjahr hatten wir drei feste Lehrer, die uns durch die Lernfelder begleiteten. Im dritten Lehrjahr hat sich dieses System geändert, um sich bestmöglich auf die Prüfung vorzubereiten. Es wurden sogenannte Module eingeführt, das bedeutet dass jeder Lehrer nur ein bestimmtes Fachgebiet hat, was er uns vermittelt um somit Fragen spezifischer zu beantworten. Diese "Module" wurden dann jeweils nach drei Blockwochen geändert. Alles in allem kann man sagen, dass das Zu-sammenspiel aus Berufsschule, innerbetrieblichem Unterricht und der Praxis im Unternehmen perfekt inei-nander greift und man bestmöglich auf die Prüfung und vor allem auf die Zeit nach der Ausbildung vorberei-tet wird.

Wie war Ihre betriebliche Ausbildung bei TenneT gestaltet?

Die betriebliche Ausbildung begann mit der Metallbearbeitung. Hier haben wir die Grundlagen wie Sägen, Feilen, Bohren und Gewindeschneiden gelernt. Im Zuge dessen lernt man auch Selbstkontrolle und Sorgfalt. Danach ging es mit Theorie zum Einstieg in die Elektrotechnik weiter. Auf diesen Einstieg baut dann letztendlich die ganze Ausbildung auf. Im weiteren Verlauf lernten wir Hausinstallationen wie Aus- oder Wech-selschaltungen, Motorentechnik und deren unterschiedliche Ansteuerungen. Ein sehr wichtiger Teil der Aus-bildung war das Entwerfen und Aufbauen von Steuerungen, die dann in unseren Umspannwerken eingesetzt werden. Die Ausbildung bestand aber nicht nur aus Elektrotechnik; wir haben zudem auch an Seminaren teilgenommen, wo wir etwas über Pneumatik oder Wirtschaft gelernt haben.

In welche Projektarbeiten waren Sie bei TenneT eingebunden?

Es gab einige Projekte an denen ich teilgenommen habe, aber das wohl spannendste Projekt trägt mittlerweile Früchte. Drei weitere Azubis und ich haben zusammen Schaltschränke für ein Kommunikationsnetz angeschlossen und anschließend selbst geprüft. Mittlerweile werden diese Schränke genutzt, und man selber merkt das man als "kleiner" Azubi schon Teil des Ganzen war.

Welche Angebote bietet TenneT außerhalb des normalen Ausbildungsplanes?

Zum einen gibt es da den Erste-Hilfe-Lehrgang, den jeder Mitarbeiter von TenneT einmal im Jahr besucht, und des Weiteren habe ich an einem Fahrsicherheitstraining teilgenommen.

Was waren die "Highlights" Ihrer Ausbildungszeit?

Zum einen ganz klar die Einführungswoche in Goslar, wo man schon vor Beginn der Ausbildung die Kolle-gen kennengelernt hat. Zudem war es echt gut, wie man in die Firma integriert wurde. Jeder ist offen für Fragen und hilft gerne. Ein weiteres Highlight sind die Projektarbeiten. Als Azubi Schaltschränke bauen oder, wie in meinem Fall Schränke der Kommunikation anschließt, die dann mehrere Jahrzehnte in Betrieb sind, ist mit viel Verantwortung verbunden, aber es ist auch schön jeden Tag aufs Neue zu sehen: "Das habe ich gemacht!"

Welche Voraussetzungen sollten Auszubildende in diesem Ausbildungsberuf mitbringen?

In erster Linie ist es gut, wenn man grundsätzlich ein technisches Verständnis hat und sich fragt, wie der Strom denn vom Kraftwerk in die heimische Steckdose kommt. Zudem ist es in der Elektrotechnik immer von Vorteil, wenn man gut mit Zahlen umgehen kann und ein solides mathematisches Wissen hat. Höhenangst sollte man auch nicht unbedingt haben, weil man damit eventuell viele spannende Sachen verpasst. Zu guter Letzt ist noch zu sagen, dass eine gewisse Neugier und eine offene Art nie verkehrt ist, denn wer nicht fragt, dem bleibt ein großer Teil an Wissen verborgen.

Wie ging es nach Ihrer Ausbildung für Sie weiter?

Nach der bestandenen Abschlussprüfung bin ich in die Servicegruppe Süd/Ost als Servicetechniker gegangen und werde ab Februar 2016 an einer internen Weiterbildung zum Netzwerker teilnehmen. Nach der Weiterbildung strebe ich noch den Meister an, da es einfach in der Elektrotechnik viele Bereiche gibt, in denen man nie genug wissen kann.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten bietet TenneT für ehemalige Auszubildende an?

Zum einen, wie es bei mir der Fall ist, eine Weiterbildung zum Netzwerker. Zudem ist es möglich nach der Ausbildung zu studieren. Zu guter Letzt ist es auch möglich den Meister/Techniker zu machen.

Ein abschließendes Statement...?

Die Ausbildung war ein spannender Abschnitt meines Lebens, den ich so schnell nicht vergessen möchte. Ich bin sehr glücklich darüber, wie die Zeit verlaufen ist und bin stolz sagen zu können, dass ich meine Ausbildung bei TenneT absolviert habe.