Max Schulze

(Dualer Student, Ausbildungsende Juni 2021)

Wie war dein dualer Studiengang aufgebaut?

Das Studium dauerte insgesamt drei Jahre (sechs Semester). Dabei wechselten sich Theorie- und Praxi-sphasen jeweils alle drei Monate ab. Nach dem vierten Semester verschiebt sich der Fokus weiter auf die Praxisphasen, sodass ein Theoriesemester nur noch ca. zwei Monate dauert. Abgeschlossen wird das Studium mit der Bachelorarbeit und der mündlichen Verteidigung dieser.

Was ist das Besondere an einem dualen Studium verglichen mit einem regulären BWL-Studium?

Ein normaler BWL-Student ist häufig einer von vielen. Durch die parallel erlernten Erfahrungen aus der Praxis und der Fachrichtung Energiewirtschaft kann man sich im positiven Sinne abgrenzen. Darüber hinaus ist auch der Austausch mit den Kommilitonen, die ebenfalls ihre Praxiserfahrungen machen, für die eigene Meinungsbildung sehr hilfreich.

Welche theoretischen Inhalte hast du an der Hochschule Weserbergland gelernt, und wie ist dort das Lernklima?

Das Studium besteht im Wesentlichen aus den Inhalten, die eben zu einem gewöhnlichen BWL-Studium gehören. Klassische Inhalte wie Rechnungswesen, Mikro- und Makroökonomik, aber auch die allseits unbeliebteren Vorlesungen Mathe und Statistik gehören dazu. Darüber hinaus besteht das Studium jedoch auch aus energiewirtschaftlichen Modulen. Durch den hohen Praxisbezug und die Interaktion gibt es sicherlich auch hier eine Abgrenzung zu anderen Universitäten.

Wie sind die Praxiseinsätze bei TenneT gestaltet?

Die Praxiseinsätze orientieren sich zu Beginn an einem vorgegeben Plan, der sicherstellt, dass auch die praktischen Grundlagen erlernt werden. Ich habe beispielsweise am Anfang einige technische Abteilung im Kurzeinsatz kennengelernt und konnte mir so vor Ort ein Bild machen, wie die Stromtrassen gebaut werden oder wie ein Umspannwerk aussieht und funktioniert. In der Schaltleitung habe ich im Folgen-den einen Überblick über die ganzen Zusammenhänge bekommen, die dafür sorgen dass der Strom fließt und wir nicht im Dunkeln sitzen. Bis zum vierten Semester war ich dann im Einkauf, der Personal-abteilung und der Buchhaltung eingesetzt. Im weiteren Verlauf des Studiums ist es üblich, dass man sich anhand seiner Interessen und Stärken absolut selbstständig entscheidet, in welchen Abteilungen man arbeitet. Ich habe mich dabei unter anderem für die Abteilung Kunden & Märkte entschieden und durfte dort zwei kleinere Projekte selbstständig koordinieren.

In welche Projektarbeiten warst du bei TenneT eingebunden?

Zum einen gibt es zahlreiche Projekte, die man ausbildungsbegleitend koordinieren kann. In meinem Fall war das unter anderem die Koordination eines Bewerbungstrainings an Schulen oder die Betreuung des Instagram-Accounts der Firma. Zum anderen wird man schnell in die Projekte der jeweiligen Abtei-lung eingebunden, die man sich gerade ausgesucht hat.

Welche Angebote bietet TenneT außerhalb des normalen Ausbildungsplanes?

Das sind allen voran die Angebote, die jedem Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Neben einem mehr als überdurchschnittlichen Gehalt sind das flexible Arbeitszeiten, zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, Sport- und Gesundheitsprogramme, leckeres Mittagessen und die spannenden Aufgaben, an denen man mitwirken kann.

Organisatorisch sind die dualen Studenten dem Team der kaufmännischen Auszubildenden zuge-ordnet. Welche Vorteile hat dies für dich gehabt?

Durch den Umzug aus meiner 400km entfernten Heimat bin ich in ein völlig neues Umfeld geraten. Ne-ben dem freundschaftlichen Aspekt ist es auch immer wieder der Austausch über die aktuellen betriebli-chen Themen gewesen, den ich sehr positiv in Erinnerung habe. Außerdem gab es auch während der drei Jahre zahlreiche Veranstaltungen, die ich wohl mein ganzes Leben in Erinnerung behalten werde.

Was waren die "Highlights" deiner Ausbildungs-/Studienzeit?

Mir persönlich fällt direkt die Abgabe der Bachelor-Thesis ein. In der Schulzeit hatte ich immer großen Respekt vor solchen Hausarbeiten. Ich hatte damit häufig meine Schwierigkeiten. Die Erfahrungen, die man in den drei Jahren gesammelt hat, haben bei mir zu einer sehr positiven Entwicklung in dieser Hin-sicht beigetragen. Zu Beginn hätte ich mir nicht zugetraut, eine wissenschaftlich so hochwertige Arbeit zu einem so spezifischen Thema schreiben zu können. Doch auch die Kennenlernfahrt nach Goslar direkt zu Beginn war ein absolutes Highlight. Ich blicke daher noch heute auf drei sehr schöne Jahre zurück.

Welche Voraussetzungen sollte ein dualer Student mitbringen?

Ich denke Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit sind Schlagworte, die man in diesem Zusam-menhang häufig hört. Ich würde ergänzend sagen, dass es wichtig ist ein gewisses Interesse für Neues und ein gesundes Maß an Flexibilität mitzubringen.

Welche Vorteile siehst du für TenneT duale Studiengänge anzubieten?

Die Aufgaben eines Übertragungsnetzbetreibers sind doch noch einmal anders, als die vieler anderer Unternehmen in der Energiebranche. Deswegen macht es gerade für TenneT Sinn, frühzeitig Mitarbeiter zu gewinnen, die die Besonderheiten schon während des Studiums kennenlernen und sich in das Um-feld integrieren können.

Inwiefern hast du dich persönlich gerade durch das duale Studium weiterentwickelt?

Herausforderungen, die mir vor dem Studium noch Sorgen bereitet haben, lassen sich nun deutlich leichter bewältigen. An dieser Stelle fällt mir wieder das oben genannte Beispiel mit der Bachelor-Thesis ein. Darüber hinaus habe ich über die drei Jahre mein Zeitmanagement für mich selbst optimieren kön-nen. Ich glaube, ich bin in den drei Jahren persönlich schon ein gutes Stück vorangekommen.

Wie ging es nach dem Studium für dich weiter?

Ich habe mich bereits während des Studiums auf eine Stelle als Referent für Regulierungsmanagement in Bayreuth beworben und diese auch erhalten. Somit war die Regulierung auch der betreuende Fach-bereich für meine Bachelor-Thesis. Das Thema meiner Thesis "Regulierung von Innovationen" ist heute eine meiner Hauptaufgaben und bereitet mir nach wie vor große Freude, weil die Bedeutung von Inno-vationen für das Gelingen der Energiewende einfach so unheimlich groß ist.

Ein abschließendes Statement...?

Ich bin mit dem dualen Studium bei TenneT ein gewisses Risiko eingegangen. 400 Kilometer von der Heimat entfernt habe ich den Start in ein ganz neues Umfeld gewagt. Ich persönlich kann abschließend nur sagen, dass sich das für mich aus vielen Gründen gelohnt hat. Ich konnte mich persönlich weiter-entwickeln, habe viele tolle neue Leute kennengelernt und bin beruflich absolut glücklich bei TenneT. Solange man offen für die neuen Herausforderungen ist, kann ich das duale Studium nur weiterempfeh-len.