Gina Langner

(Duale Studentin, Ausbildungsende Juni 2021)

Wie war dein dualer Studiengang aufgebaut?

Insgesamt dauert das duale Studium fünf Jahre. Die ersten 1,5 Jahre werden alleine der Ausbildung als Elektronikerin für Betriebstechnik gewidmet. Zeitgleich zur Zwischenprüfung beginnt schließlich nach 1,5 Jahren das Studium der Elektrotechnik. Während der ersten drei Semester liegt der Fokus vor allem auf Grundlagen der Mathematik, Physik und Elektrotechnik. In den Semesterferien wird es vom Unter-nehmen ermöglicht, sich auf die Abschlussprüfung der Ausbildung vorzubereiten. Diese findet während des 3. Studiensemesters statt. Ab dem 4. Semester ist es möglich eine Vertiefung für das Studium zu wählen. Da TenneT ein Energieversorger ist, gilt hier die Vorgabe die Energieversorgung als Vertiefung zu wählen. Während der Semesterferien vom 4. bis 7. Semester schnuppert man nun ich den Arbeitsall-tag der Ingenieure. Es bietet sich auch an, seine Bachelorarbeit unternehmensintern über ein aktuelles Thema zu schreiben. Diese Bachelorarbeit findet im 7. Semester statt und beendet das Studium und somit auch die Zeit des dualen Studiums.

Was ist das Besondere an deinem dualen Studium bei TenneT verglichen mit einem regulären Elektrotechnik-Studium?

Bei dem dualen Studium wird einem der Einstieg in das Studium deutlich erleichtert - inhaltlich sowie organisatorisch. Viel Wissen, das man schon vorher gelernt hat, bildet die Grundlage für das elektro-technische aber auch mathematische und physikalische Können, welches in den ersten Semestern an der Uni gefragt ist. Durch das duale Studium hat man direkt Kontakte zu anderen Studenten im eigenen und höheren Semestern, die bei Fragen helfen und unterstützen.

Welche theoretischen Ausbildungsinhalte hast du an der Berufsschule gelernt, und wie ist der Unterricht aufgebaut?

Der Unterricht an der Berufsschule findet als Blockunterricht etwa einmal im Monat statt. Wir duale Stu-denten haben diesen Unterricht jedoch nur bis zum Beginn des Studiums besucht. Es gibt unterschied-liche Unterrichtsmodule in den Bereichen Grundlagen, Elektroinstallation oder auch Computer-Technik/Programmieren.

Welche theoretischen Inhalte hast du an der Hochschule Hannover gelernt, und wie ist dort das Lernklima?

Wie oben schon geschrieben, beginnt das Studium zunächst mit vielen Grundlagen-Vorlesungen. Ab dem 4. Semester finden Vorlesungen in den jeweiligen Vertiefungsrichtungen statt. Man erhält hier spe-zifisches Wissen, welches im Bereich der Vertiefung Energieversorgung viel für das spätere Berufsleben bei TenneT beiträgt.

Wie war deine betriebliche Ausbildung bei TenneT gestaltet bzw. organisiert?

Die betriebliche Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik beginnt mit den Grundlagen Metallbe-arbeitung und Elektrotechnik. Nach dieser Grundausbildung erhalten die Auszubildenden Projektarbei-ten, wie das Aufbauen und Verdrahten von Schaltschränken, die auch später in den Umspannwerken der TenneT eingesetzt werden. Für alle geht es das letzte Jahr in die Servicegruppen. Besonders gut ist hier auch die Zusammenarbeit mit den Ausbildern, die sowohl praktisches als auch theoretisches Wissen verständnisvoll erklären und eine gute Vorbereitung auf die Prüfung sowie die spätere Arbeitswelt mit-geben.

Welche Angebote bietet TenneT außerhalb des normalen Ausbildungsplanes?

TenneT bietet zu Beginn eine Kennenlernphase in Goslar für alle neuen Auszubildenden des ersten Lehrjahrs. Hier kommen Azubis aus dem Norden und Süden zusammen, lernen sich kennen und üben sich in Teamarbeit. Dieses Treffen wird am Ende des 2. Lehrjahrs wiederholt. Außerdem werden jährlich Azubifahrten durchgeführt. Es werden Kraftwerke oder Sehenswürdigkeiten mit einem Hintergrund der Energieversorgung besichtigt und dabei auch gesellige Abende zusammen verbracht. Auch ansonsten bietet TenneT viele Programme ,wie Always Energy, die die Gesundheit der Mitarbeiter fördern sollen.

Was waren bisher die "Highlights" deiner Ausbildungs-/Studienzeit?

Highlights sind definitiv die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung und das Studium. Aber auch die Zeit mit den anderen Auszubildenden und Studenten war schön. Man hatte immer was zu Lachen, hat sich gegenseitig geholfen und neue Freunde gefunden.

Welche Voraussetzungen sollte ein dualer Student mitbringen?

Man sollte sich bewusst sein, dass ein duales Studium Disziplin erfordert. Vor allem während der Zeit, in der Ausbildung und Studium parallel laufen, ist ein gutes Zeitmanagement gefordert. Umso wichtiger ist auch das Interesse und die Freude an dem Fach selber, wodurch einem das Vereinbaren von Beruf und Freizeit leichter fällt.

Welche Vorteile siehst du für TenneT duale Studiengänge anzubieten?

Der größte Vorteil für TenneT bietet wohl die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte, die sich in dem Job aber auch dem Unternehmen wohlfühlen können. Das Netzwerk, das man in der Zeit als dualer Student knüpft, hilft unterschiedliche Meinungen kennenzulernen und diese im späteren Beruf zu berücksichti-gen. So kann es zur Verbesserung der Arbeitsprozesse und Kommunikation untereinander führen.

Inwiefern hast du dich persönlich gerade durch das duale Studium weiterentwickelt?

Durch das duale Studium bin ich sowohl selbstständiger, aber auch selbstbewusster geworden. Mir hat es geholfen viele Menschen kennenzulernen und mit diesen zu arbeiten. Man muss sich immer auf neue Arten einstellen und anpassen und kann am Ende das Beste für sich selber daraus entwickeln.

Wie ging es nach dem Studium für dich weiter?

Ich werde nach dem Studium weiterhin bei TenneT bleiben. Ich habe in der Abteilung, in der ich schon während des dualen Studiums war und in der ich auch meine Bachelorarbeit geschrieben habe, eine Stelle bekommen. Hier werde ich momentan eingearbeitet und kann von Woche zu Woche selbstständi-ger arbeiten und eigene Aufgaben lösen. Nebenbei wird es mir von meinem Vorgesetzen und der Per-sonalabteilung ermöglicht, mein Studium fortzuführen. Ich mache also meinen Master berufsbegleitend weiter. Dies wird ebenfalls von TenneT gefördert.

Ein abschließendes Statement...?

Für mich war das duale Studium der perfekte Einstieg in das Berufsleben. Die Ausbildung parallel zum Studium hat mir ein sehr gutes Wissen vermittelt, und ich konnte mich auch persönlich gut entwickeln. Dies halte ich für die Zeit direkt nach der Schule für sehr wichtig. Zeitlich war das duale Studium gut or-ganisiert. Auch, dass Ausbildung und Studium etwas entkoppelt liefen, hat den Arbeitsaufwand redu-ziert. Ich hatte in der ganzen Zeit immer das Gefühl gut aufgehoben zu sein. Viele Kollegen, die ich kennengelernt habe, sind froh über die jungen Kollegen und das Angebot, das sich durch die Ausbil-dung und das duale Studium ergibt.