Sören Spiekermann über die Arbeit bei TenneT

Duales Studium | Bachelor of Engineering Elektro- und Informationstechnik (Fachrichtung Energieversorgung)

Wie ist Ihr dualer Studiengang aufgebaut?

Ausbildung bis zur Zwischenprüfung. Parallel zur Zwischenprüfung fangen die ersten Kurse an. Neben dem Studium wird die Ausbildung bis zur Abschlussprüfung fortgesetzt. Nach drei Jahren erwirbt man den IHK-Abschluss Elektroniker für Betriebstechnik (EBT). Nach insgesamt fünf Jahren erwirbt man den Titel Bachelor of Engineering mit der vorgegeben Fachrichtung.

Was ist das Besondere an Ihrem dualen Studium bei TenneT verglichen mit einem regulären Elektro-technik-Studium?

Als dualer Student konnte man Praxiserfahrung während der Ausbildung und der vorlesungsfreien Zeit sammeln. Nach Abschluss der Ausbildung besteht die Möglichkeit schon in Ingenieur-Abteilungen erste Eindrücke zu sammeln. Im Zuge dessen können bereits Kontakte in Richtung Bachelor-Arbeit geknüpft werden.

Welche theoretischen Ausbildungsinhalte haben Sie an der Berufsschule gelernt, und wie ist der Unterricht aufgebaut?

Theoretische Inhalte fingen mit den mathematischen Grundlagen der Elektrotechnik an. Mit diesen im Hinterkopf wurden schließlich technische Zusammenhänge näher beleuchtet. Der Unterricht fügt sich aus berufsbezogenen Fächer wie "Elektrotechnische Systeme analysieren und Funktionen prüfen" und berufs-übergreifenden Fächern wie "Deutsch" und "Politik" zusammen.

Welche theoretischen Inhalte haben Sie an der Hochschule Hannover gelernt, und wie ist dort das Lernklima?

Der Studiengang Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Hannover ist sehr gut strukturiert. Die ersten drei Semester dienen der Vertiefung der Grundlagen. Hier werden größtenteils die Inhalte aus dem Abitur wiederholt. Ab dem vierten Semester sind diese Grundlagen in der jeweiligen Vertiefung (Energiever-sorgung) anzuwenden. In Fächern wie "Elektrische Maschinen" wird zum Beispiel das Wissen aus physikali-schen als auch aus mathematischen Grundlagen benötigt, um die Aufgaben zu lösen. Zur Klausurzeit kann es schon mal stressig werden. In den richtigen Lerngruppen macht aber auch diese Zeit Spaß.

Wie ist die betriebliche Ausbildung bei TenneT gestaltet bzw. organisiert?

Zum Beginn der Ausbildung werden handwerkliche Grundlagen zusammen mit den EBT-Azubis erlernt. Mit der Zwischenprüfung zum EBT startet das Studium. Nun läuft die Ausbildung parallel zum Studium. Nach drei Jahren wird gemeinsam mit den anderen Azubis die Abschlussprüfung zum EBT abgelegt. An der Hochschule fangen jetzt die Vertiefungssemester an. In den Semesterferien wird bei TenneT zunächst in Servicegruppen und nach Abschluss der Ausbildung in Ingenieur-Abteilungen gearbeitet. Hier können schon erste Eindrücke über die späteren Aufgabenbereiche gesammelt werden. Sowohl die Praxisphase als auch die Bachelor-Arbeit wird in einer der zahlreichen Ingenieur-Abteilungen durchgeführt. Für die Organisation ist Eigeninitiative gefragt. Es wird schon früh Selbstständigkeit vorausgesetzt.

In welche Projektarbeiten waren Sie bisher bei TenneT eingebunden?

Im Laufe der Ausbildung wurden immer wieder kleine Projekte ausgearbeitet. Angefangen beim Schalt-schrankbau über kleinere Umbauten des Eigenbedarfs in veralteten Umspannwerken bis hin zum Umbau eines Hochspannungsfeldes zum Ablegen der Schaltberechtigung. Im Studium wurde, gemeinsam mit einem Arbeitskollegen, eine alte Öldrucküberwachungsanlage für Kabeldurchführungen, welche nicht mehr ordnungsgemäß funktionierte, auf eine neue umgebaut. In diesem Projekt wurde zum einen ein Prototyp in einem mobilen Gehäuse gebaut und zum anderen ein altes Gerät im Umspannwerk Lehrte durch unser neues Gerät ersetzt. Das Ganze basierte auf einer Siemens-Kleinsteuerung.

Welche Angebote bietet TenneT außerhalb des normalen Ausbildungsplanes?

Abteilungsveranstaltungen (meist gemeinsames Abendessen in einem Restaurant) außerhalb der Arbeitszeit und jährliche Azubi-Fahrten über zwei bis drei Tage mit der gesamten EBT-Ausbildung. Zusätzlich gibt es noch Betriebssportgruppen für verschiedene Sportarten und Massagetermine außerhalb der Arbeitszeit.

Was waren die "Highlights" Ihrer Ausbildungs-/Studienzeit?

Zum einen der Abschluss des Studiums als Bachelor of Engineering, zum anderen der IHK-Abschluss zum Elektroniker für Betriebstechnik. Ein weiteres Highlight waren die Betriebseinsätze in den verschiedenen Servicegruppen. Bei diesen hat man nicht nur viel gelernt, sondern auch die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen.

Welche Voraussetzungen sollte ein dualer Student mitbringen?

Interesse an technischen Zusammenhängen, handwerkliches Geschick und Organisationsvermögen. Besonders wichtig ist aber auch der Umgang mit Kollegen.

Welche Vorteile sehen Sie für TenneT duale Studiengänge anzubieten?

Durch das insgesamt fünf Jahre dauernde duale Studium können schon Kontakte in die verschiedensten Abteilungen geknüpft werden. Das Networking beginnt somit schon sehr früh, was sowohl TenneT als auch mir bei der Bearbeitung von Aufgaben als Ingenieur sehr hilft. Des Weiteren sind die Unternehmensstrukturen schon bekannt; dadurch wird die Einarbeitungszeit stark verkürzt.

Inwiefern haben Sie sich persönlich gerade durch das duale Studium weiterentwickelt?

Das duale Studium hat mir einen leichten Übergang zwischen Ausbildung, Studium und Berufswelt ermöglicht. Dadurch wurde man nicht, wie andere Kommilitonen, "ins kalte Wasser geworfen", sondern hatte die Möglichkeit sich auf die spätere Tätigkeit vorzubereiten. Auch im Alltag können vor allem die handwerklichen Fähigkeiten aus der Ausbildung bei Haushaltsreparaturen helfen.

Wie ging es nach dem Studium für Sie weiter?

Nach dem Bewerbungsverfahren habe ich meine Wunschstelle als "Betriebsingenieur HGÜ" bei TenneT Offshore erhalten. Hier bin ich für die Instandhaltung und den Betrieb der HGÜ von ABB-Anlagen zuständig.

Ein abschließendes Statement...?

Das duale Studium hat mir den Berufseinstieg stark erleichtert. Ich würde denselben Weg erneut gehen!