Merle Wittekindt über die Arbeit bei TenneT

Auszubildende | Industriekaufmann/-frau | Lehrte

Welche theoretischen Ausbildungsinhalte haben Sie an der Berufsschule gelernt, und wie war der Unterricht aufgebaut?

In der Berufsschule wurden uns Inhalte im Bereich Rechnungswesen vermittelt, wie zum Beispiel das ordnungsgemäße Buchen oder die Kosten- und Leistungsrechnung. Außerdem haben wir Inhalte zu den Bereichen Personal (Personalbeschaffung, Führungsstile, Personalentwicklung, etc.) und Volkswirtschaft (Wirtschaftskreislauf, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Konjunktur, etc.) kennengelernt. Weitere Bereiche, dessen Theorie in der Berufsschule abgedeckt wurde, sind die Produktion, Fertigung und Lagerhaltung, sowie der Absatz. Die Berufsschule findet in Blöcken à sechs Wochen statt, und die einzelnen Themen sind in Lernfelder aufgeteilt. Diese Lernfelder werden von jeweils einem Lehrer unterrichtet. Neben den berufsspezifischen Lernfeldern hat man noch allgemeine Fächer, wie Deutsch, Englisch und Politik.

Wie war Ihre betriebliche Ausbildung bei TenneT gestaltet?

Die betriebliche Ausbildung bei TenneT ist so organisiert, dass man in verschiedenen Abteilungen für sechs bis zehn Wochen eingesetzt ist. In den einzelnen Abteilungen wird man dann sehr gut in deren Aufgabenbereiche eingeführt und kann zum Teil viel selbstständig arbeiten. Durch das Durchlaufen von vielen verschiedenen Abteilungen lernt man viele relevante Themen der Ausbildung, wie zum Beispiel Rechnungswesen, Personal oder Einkauf in der Praxis kennen und kann dadurch die gelernte Theorie in der Berufsschule im Unternehmen anwenden. Die betriebliche Ausbildung bei TenneT ist durch die Ausbilderin sehr gut organisiert und wird durch verschiedene Ausbildungsprojekte sehr gut unterstützt.

In welche Projektarbeiten waren Sie bei TenneT eingebunden?

Während der Ausbildung bei TenneT hat man verschiedene ausbildungsbegleitende Projekte, die man ent-weder unterstützend begleitet oder als Koordinator dafür verantwortlich ist. Als Auszubildende/r zur Industriekauffrau/-mann ist man zum Beispiel im zweiten Lehrjahr Teamleiter für ein Wirtschaftsplanspiel, welches über vier Monate geht und Unternehmensentscheidungen für vier simulierte Geschäftsjahre im Team von ca. vier bis sechs Auszubildenden treffen muss. Weitere Projektarbeiten sind zum Beispiel das Bewerbungstraining an Schulen. Dort stellt man das Unternehmen vor und hält eine Präsentation vor den Schülern über den Bewerbungsprozess, sowie vermittelt den Schülern in Kleingruppen verschiedene Bereiche des Bewerbungsprozesses. Das Halten von den Präsentationen hilft, die eigene Präsentationstechnik zu verbessern, was einen gut auf die mündliche Prüfung am Ende der Ausbildung vorbereitet.

Welche Angebote bietet TenneT außerhalb des normalen Ausbildungsplanes?

Außerhalb des normalen Ausbildungsplanes bietet TenneT, wie oben schon erwähnt, verschiedene ausbildungsbegleitende Projekte an. Außerdem gibt es alle sechs bis acht Wochen eine Azubi-Besprechung in Würzburg, bei der man seine Präsentationstechnik verbessert, sich über aktuelle Themen informiert. Die Englisch-Diskussionsrunden helfen dabei, das Sprechen auf Englisch nicht zu verlernen, welches im Berufsalltag immer mehr benötigt wird. TenneT bietet außerdem außerhalb des Ausbildungsplanes zu Beginn eine Einführungswoche in Goslar, wo man alle Ausbilder und Auszubildenden aus seinem Lehrjahr kennenlernt, und nach 1,5 Jahren bei TenneT findet ein Goslar-Revival statt, bei dem man sich erneut kennenlernt und sich bzgl. der Zukunftswünsche austauscht.

Was waren die "Highlights" Ihrer Ausbildungszeit?

Die Highlights von der Ausbildung war für mich die am Anfang der Ausbildung stattfindende Einführungswoche in Goslar. Bei der Einführungswoche konnte man alle anderen Auszubildenden kennenlernen, die mit einem selbst bei TenneT angefangen haben. Dadurch wurde der Start sehr erleichtert, und durch verschiedene Gruppenübungen ist man sehr schnell zu einer Gemeinschaft geworden. Ein weiteres Highlight war das Goslar-Revival. Dort haben wir uns nach 1,5 Jahren alle wieder für drei Tage getroffen und uns durch verschiedene Übungen einen Zukunftsplan überlegt, wie es nach der Ausbildung weitergehen könnte.

Welche Voraussetzungen sollten Auszubildende in diesem Ausbildungsberuf mitbringen?

Wichtig für die Ausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau ist es, dass man ein gutes Zahlenverständnis hat. Während der Ausbildung ist man eine lange Zeit im Rechnungswesen und Controlling sowie im Einkauf eingesetzt, weshalb man keine Angst beim Umgang mit großen Zahlen haben darf. Auch in der Berufsschule ist Rechnungswesen ein Bestandteil der Theorie. Außerdem muss ein Auszubildender zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen haben, um die einzelnen Bereiche miteinander verknüpfen zu können.

Ein abschließendes Statement...?

Die Ausbildung bei TenneT war sehr schön. Durch die ganzen Ausbildungsprojekte und o. g. Highlights verging die Zeit sehr schnell, und es hat mir viele neue und sehr schöne Erfahrungen gebracht, die mich fachlich, wie auch persönlich weitergebracht haben. Durch das Durchlaufen der vielen Abteilungen habe ich sehr viele Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, die mich alle immer sehr offen in die Abteilung integriert haben.